Der Herbst bringt Veränderungen in der Pferdefütterung mit sich. Weidegras wird weniger, der Fellwechsel beginnt und der Bedarf an bestimmten Nährstoffen kann sich verändern. Erfahre, worauf du jetzt bei der Fütterung deines Pferdes achten solltest.
Pferd im Herbst richtig füttern: Futter, Mineralien & Fellwechsel
Der Sommer geht langsam zu Ende, die Tage werden kürzer und die Temperaturen schwanken stärker. Für unsere Pferde beginnt damit eine wichtige Übergangszeit. Das Weidegras verändert sich, der Fellwechsel steht bevor und der Bedarf an Energie und bestimmten Nährstoffen kann sich verändern.
Doch was braucht ein Pferd im Herbst tatsächlich? Muss das Futter angepasst werden? Und welche Rolle spielen Heu, Mineralfutter und Zusatzfutter?
In diesem Beitrag zeigen wir dir, worauf du bei der Pferdefütterung im Herbst achten solltest.
Der Herbst bringt Veränderungen in der Pferdefütterung
Während im Frühjahr und Sommer häufig ausreichend frisches Gras zur Verfügung steht, verändert sich die Situation im Spätsommer und Herbst. Die Zusammensetzung des Weidegrases kann sich verändern und die verfügbare Menge nimmt je nach Wetter und Weidefläche langsam ab.
Gleichzeitig verbringen viele Pferde wieder mehr Zeit im Stall und erhalten größere Mengen Heu.
Das bedeutet: Die Fütterung sollte regelmäßig überprüft werden und zum individuellen Bedarf des Pferdes passen.
Dabei gibt es nicht die eine perfekte Fütterung für jedes Pferd. Ein leichtfuttriges Freizeitpferd hat beispielsweise einen anderen Bedarf als ein sportlich gearbeitetes Pferd.
Heu wird jetzt besonders wichtig
Eine gute Grundversorgung mit hochwertigem Raufutter bildet auch im Herbst die Basis der Pferdefütterung.
Wenn das Gras weniger wird, sollte ausreichend geeignetes Heu zur Verfügung stehen. Dabei spielen Qualität, Hygiene und die tatsächliche Futteraufnahme eine wichtige Rolle.
Die Raufuttermenge sollte immer zum Pferd, seinem Gewicht, seiner Haltung und seinem Energiebedarf passen.
Besonders bei leichtfuttrigen Pferden sollte darauf geachtet werden, dass nicht einfach große Mengen energiereiches Kraftfutter ergänzt werden, obwohl der tatsächliche Bedarf gar nicht vorhanden ist.
Der Fellwechsel fordert den Körper
Der Herbst ist gleichzeitig die Zeit des Fellwechsels. Für die Bildung von Haut und Haar werden verschiedene Nährstoffe benötigt.
Eine ausgewogene Versorgung mit hochwertigem Eiweiß beziehungsweise Aminosäuren, Mineralstoffen und Spurenelementen ist deshalb wichtig.
Ein stumpfes Fell oder Probleme während des Fellwechsels sind allerdings nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass ein bestimmtes Zusatzfutter fehlt. Auch Haltung, Gesundheitszustand, Raufutterqualität und die gesamte Futterration spielen eine Rolle.
Deshalb sollte nicht einfach möglichst viel ergänzt werden, sondern zunächst die bestehende Ration betrachtet werden.
Mineralfutter im Herbst – sinnvoll oder notwendig?
Mineralstoffe und Spurenelemente sind für zahlreiche Körperfunktionen wichtig. Über Heu und Weidegras allein lässt sich der Bedarf jedoch nicht immer zuverlässig abdecken.
Ein passendes Mineralfutter kann deshalb ein wichtiger Bestandteil einer bedarfsgerechten Ration sein.
Wichtig ist dabei: Mehr ist nicht automatisch besser.
Ein Mineralfutter sollte zur restlichen Ration passen. Werden bereits mehrere Ergänzungsfuttermittel eingesetzt, kann es schnell zu unnötigen Überschneidungen kommen.
Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe und Mengenangaben.
Braucht jedes Pferd zusätzliches Kraftfutter?
Nicht unbedingt.
Der Energiebedarf eines Pferdes hängt unter anderem von Körpergewicht, Haltung, Alter, Stoffwechsel, Arbeitsleistung und individuellem Bedarf ab.
Ein Pferd, das hauptsächlich locker im Gelände bewegt wird, benötigt in der Regel eine andere Ration als ein Pferd, das regelmäßig im Sport trainiert.
Gerade bei leichtfuttrigen Pferden sollte die Energiezufuhr besonders im Blick behalten werden.
Bei Sportpferden kann dagegen je nach Trainingsumfang eine gezielte Ergänzung von Energie, Eiweiß und bestimmten Nährstoffen sinnvoll sein.
Was ist beim Sportpferd im Herbst zu beachten?
Mit Beginn der Turnier- und Trainingssaison kann sich der Bedarf eines Sportpferdes verändern.
Neben einer ausreichenden Energieversorgung sollte insbesondere auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit hochwertigem Eiweiß und wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen geachtet werden.
Dabei sollte die gesamte Ration betrachtet werden und nicht nur ein einzelnes Futtermittel.
Eine gute Fütterung besteht nicht daraus, möglichst viele Produkte miteinander zu kombinieren. Entscheidend ist, dass die einzelnen Komponenten sinnvoll aufeinander abgestimmt sind.
Typische Fehler bei der Herbstfütterung
Einige Fehler treten in der Übergangszeit besonders häufig auf:
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Das Futter wird verändert, ohne die komplette Ration zu überprüfen.
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Kraftfutter wird erhöht, obwohl der Energiebedarf nicht gestiegen ist.
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Mehrere Mineral- und Zusatzfuttermittel werden kombiniert, ohne die Inhaltsstoffe zu vergleichen.
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Der tatsächliche Heubedarf wird unterschätzt.
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Der individuelle Bedarf des Pferdes wird nicht berücksichtigt.
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Veränderungen des Körpergewichts werden zu spät bemerkt.
Gerade beim Übergang von der Weidehaltung zur stärkeren Heufütterung lohnt es sich, Gewicht und Körperzustand regelmäßig zu kontrollieren.
Die Herbstfütterung sollte zum Pferd passen
Ob ein Pferd im Herbst mehr Energie, zusätzliches Eiweiß oder bestimmte Ergänzungen benötigt, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Entscheidend sind unter anderem:
Körpergewicht und Körperzustand:
Ist das Pferd zu dünn, idealgewichtig oder neigt es zu Übergewicht?
Arbeitsleistung:
Wie häufig und intensiv wird das Pferd trainiert?
Raufutter:
Welche Qualität hat das Heu und wie viel davon nimmt das Pferd tatsächlich auf?
Weide:
Wie viel Gras steht noch zur Verfügung?
Haltungsform:
Wie viel Bewegung bekommt das Pferd im Alltag?
Weitere Futtermittel:
Welche Mineral- und Ergänzungsfuttermittel werden bereits eingesetzt?
Erst wenn diese Punkte zusammen betrachtet werden, lässt sich die Fütterung sinnvoll beurteilen.
Fazit: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Fütterung zu überprüfen
Der Herbst ist eine gute Gelegenheit, die aktuelle Pferdefütterung einmal kritisch zu betrachten.
Das Weidegras verändert sich, die Heuration gewinnt an Bedeutung und der Fellwechsel stellt zusätzliche Anforderungen an den Körper. Gleichzeitig kann sich durch verändertes Training auch der Energiebedarf verändern.
Statt einfach auf Verdacht neue Zusatzfuttermittel zu kaufen, sollte die komplette Futterration betrachtet werden.
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Gemeinsam können wir die bestehende Ration betrachten und überlegen, welche Futtermittel tatsächlich sinnvoll sind und wo eventuell Optimierungsbedarf besteht.
Dabei steht nicht möglichst viel Futter im Vordergrund, sondern eine bedarfsgerechte und sinnvoll zusammengestellte Ration, die zu deinem Pferd, seiner Haltung und seiner Leistung passt.
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