Strahlfäule beim Pferd

Strahlfäule beim Pferd – Ursachen, Symptome und die richtige Behandlung

Strahlfäule gehört zu den häufigsten Hufproblemen beim Pferd und wird dennoch oft unterschätzt. Anfangs zeigt sie sich meist nur durch einen unangenehmen Geruch oder leicht veränderte Strahlfurchen. Unbehandelt kann sie jedoch tief in den Huf eindringen, Schmerzen verursachen und die Hufgesundheit dauerhaft beeinträchtigen.

Die gute Nachricht: Wird Strahlfäule früh erkannt und konsequent behandelt, heilt sie in den meisten Fällen problemlos aus.


Was ist Strahlfäule?

Strahlfäule ist eine bakterielle Zersetzung des Strahlhorns. Verantwortlich sind verschiedene Bakterien, die sich besonders in feuchten, sauerstoffarmen Bereichen des Hufes vermehren.

Vor allem die mittlere und seitlichen Strahlfurchen sind betroffen. Dort greifen die Bakterien das Horn an und zerstören nach und nach gesundes Gewebe.


Wie entsteht Strahlfäule?

Die Ursache ist selten nur ein einzelner Faktor. Meist kommen mehrere Einflüsse zusammen.

Typische Auslöser sind:

  • dauerhaft feuchte oder verschmutzte Haltungsbedingungen

  • mangelnde tägliche Hufpflege

  • tiefe oder enge Strahlfurchen

  • zu lange Hufbearbeitungsintervalle

  • schlechte Hufqualität

  • Bewegungsmangel

  • ein geschwächtes Immunsystem

Besonders in den Herbst- und Wintermonaten steigt das Risiko durch matschige Paddocks und nasse Weiden deutlich an.


Woran erkennst du Strahlfäule?

Je früher Strahlfäule erkannt wird, desto einfacher lässt sie sich behandeln.

Typische Anzeichen sind:

  • unangenehmer, fauliger Geruch

  • schwarze oder dunkelbraune, schmierige Beläge

  • weiches oder bröckeliges Strahlhorn

  • tiefe, feuchte Strahlfurchen

  • Schmerzen oder Abwehrreaktionen beim Auskratzen

  • im fortgeschrittenen Stadium Lahmheit

Sobald diese Symptome auftreten, sollte schnell gehandelt werden.


Was hilft gegen Strahlfäule?

1. Konsequente Hufpflege

Die Grundlage jeder Behandlung ist eine gründliche tägliche Reinigung.

Entferne Schmutz, Mist und kleine Steine sorgfältig aus allen Strahlfurchen. Anschließend sollte der Huf möglichst trocken bleiben.


2. Feuchtigkeit reduzieren

Bakterien lieben Feuchtigkeit.

Deshalb sollten Stall, Paddock und Liegeflächen möglichst sauber und trocken gehalten werden. Kann Matsch nicht vermieden werden, ist eine besonders sorgfältige Hufpflege wichtig.


3. Regelmäßige Hufbearbeitung

Ein gut bearbeiteter Huf trocknet deutlich besser ab.

Der Hufschmied oder Hufbearbeiter entfernt loses, abgestorbenes Horn und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Luft an den Strahl gelangt. Sauerstoff erschwert den Bakterien das Wachstum.


4. Geeignete Pflegeprodukte verwenden

Zur Behandlung stehen verschiedene Strahlpflegeprodukte zur Verfügung.

Wichtig ist, dass sie:

  • antibakteriell wirken

  • den Strahl nicht unnötig austrocknen

  • tief in die Strahlfurchen eindringen

  • die Neubildung gesunden Horns unterstützen

Die Pflege sollte konsequent durchgeführt werden, bis der Strahl vollständig gesund nachgewachsen ist.


5. Ursachen dauerhaft beseitigen

Eine erfolgreiche Behandlung endet nicht mit dem Verschwinden der Symptome.

Nur wenn die eigentlichen Ursachen – wie feuchte Haltung, unzureichende Pflege oder lange Bearbeitungsintervalle – dauerhaft behoben werden, kommt die Strahlfäule nicht immer wieder zurück.


Kann die Fütterung Einfluss auf die Hufgesundheit haben?

Ja.

Ein gesunder Huf wächst von innen heraus. Eine ausgewogene Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und hochwertigem Eiweiß unterstützt die Bildung eines stabilen Horns.

Besonders wichtig sind unter anderem:

  • Biotin

  • Zink

  • Kupfer

  • Schwefelhaltige Aminosäuren (z. B. Methionin)

  • eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung

Eine gute Fütterung ersetzt zwar keine Hufpflege, kann aber die Regeneration deutlich unterstützen und die Hornqualität langfristig verbessern.


Vorbeugen ist einfacher als behandeln

Mit wenigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:

✅ Hufe täglich auskratzen und kontrollieren
✅ Stall und Paddock möglichst trocken halten
✅ Regelmäßige Hufbearbeitung einhalten
✅ Auf eine ausgewogene Mineralstoffversorgung achten
✅ Veränderungen frühzeitig erkennen und behandeln


Fazit

Strahlfäule ist ein häufiges, aber gut behandelbares Hufproblem. Entscheidend sind eine frühe Diagnose, konsequente Hufpflege und die Beseitigung der eigentlichen Ursachen. Zusammen mit einer ausgewogenen Fütterung und regelmäßiger Hufbearbeitung lässt sich die Hufgesundheit nachhaltig verbessern.